Love this? Save it for later!
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Drittes Mal in dieser Woche, und diesmal habe ich die Rosinen über Nacht in Rum eingelegt, statt sie nur kurz zu ziehen zu lassen. Der Duft von Orangenabrieb und Marzipan hat sich längst in der ganzen Wohnung festgesetzt – sogar der Postbote hat heute Morgen gefragt, ob hier Weihnachten ausgebrochen sei. Ich konnte nur nicken, denn zwischen uns, ich hatte schon um acht den zweiten Stollen aus dem Ofen geholt. Irgendetwas an diesem saftigen Weihnachtsstollen mit Marzipan zieht mich einfach immer wieder zurück. Vielleicht ist es diese eine Scheibe, die genau richtig ist – nicht zu trocken, nicht zu schwer, mit genau der richtigen Menge Marzipan in der Mitte. Oder vielleicht ist es die Art, wie er nach ein paar Tagen erst richtig perfekt wird, wenn die Aromen Zeit hatten, sich zu umarmen.
Ich bin kein Mensch, der gerne auf etwas wartet. Aber dieser Stollen, der lehrt mich Geduld. Und wisst ihr was? Es lohnt sich. Jedes. Einzelne. Mal.
Wenn ich zurückdenke, war es eigentlich ein Zufall, dass ich überhaupt angefangen habe, Stollen zu backen. Meine Oma hat früher immer einen gekauft – aus der Bäckerei um die Ecke, den sie dann wochenlang in einer Blechdose hütete. “Der muss reifen”, sagte sie immer. Ich fand das als Kind furchtbar langweilig. Heute verstehe ich es. Heute bin ich diejenige, die den Stollen einpackt und auf den richtigen Moment wartet. Und ja, ich gebe zu: Manchmal schneide ich schon nach zwei Tagen eine heimliche Scheibe ab. Nur zur Qualitätskontrolle, natürlich.
Dieser saftige Weihnachtsstollen mit Marzipan ist nicht einfach nur ein weiteres Rezept. Er ist der Grund, warum meine Familie jetzt schon Anfang November fragt, ob ich dieses Jahr wieder backe. Er ist der Grund, warum ich gelernt habe, dass es auf die kleinen Dinge ankommt: die richtige Butter, frische Hefe, und Marzipan, das nicht zu süß ist. Und er ist der Grund, warum ich jetzt hier sitze und diesen Blogpost schreibe, während der dritte Stollen des Tages auf dem Küchentisch auskühlt.
Vertraut mir – dieser Stollen wird auch euer neuer Lieblingsstollen.
Warum ihr diesen Stollen lieben werdet
Ich hab schon so viele Stollenrezepte ausprobiert, dass ich sie kaum noch zählen kann. Manche waren trocken wie Wüstensand, andere so schwer wie ein Ziegelstein. Dieser hier ist anders. Und zwar von Grund auf.
- Saftig bis zur letzten Krume: Dank der richtigen Mischung aus Butter, Quark und der langen Ruhezeit bleibt dieser Stollen tagelang schön saftig. Ihr müsst keine Angst haben, dass er nach zwei Tagen wie eine Pappe schmeckt.
- Die perfekte Marzipanfüllung: Nicht zu aufdringlich, aber deutlich spürbar. Ich verwende eine dicke Rolle Marzipan in der Mitte, die beim Anschneiden ein kleines bisschen schmilzt und für dieses unwiderstehliche, leicht feuchte Aroma sorgt.
- Einfache Zutaten, die jeder zu Hause hat: Keine exotischen Gewürze oder schwer zu findenden Spezialitäten. Mehl, Butter, Hefe, Milch, Zucker, Eier, Rosinen und Marzipan – das war’s im Grunde. Na gut, und ein bisschen Rum für die Rosinen, aber den könnt ihr auch weglassen.
- Perfekt für die Feiertage: Ob zum Frühstück an Heiligabend, zum Nachmittagskaffee am zweiten Weihnachtsfeiertag oder als selbstgemachtes Geschenk – dieser Stollen ist einfach immer die richtige Wahl. Ich backe ihn oft in kleineren Formen und verschenke sie in hübschen Cellophantüten.
- Ein echter Publikumsliebling: Bei uns ist er jedes Jahr der erste Kuchen, der weg ist. Meine Tante, die sonst immer nur einen kleinen Probierhappen nimmt, hat sich letztes Jahr heimlich die dritte Scheibe geholt. Ich hab’s gesehen. Hab nichts gesagt.
Was diesen Stollen von anderen Rezepten unterscheidet? Es ist die Kombination aus der langen Teigführung und der speziellen Verarbeitung des Marzipans. Ich rolle das Marzipan nicht einfach ein, ich forme es zu einer festen Rolle, die ich dann in den Teig einwickele. So verteilt sich das Aroma gleichmäßiger und ihr habt in jeder Scheibe ein kleines Stück Marzipanparadies.
Und ehrlich? Dieses Rezept ist nicht nur gut. Es ist das Rezept, bei dem ihr nach dem ersten Bissen die Augen schließt und kurz innehalten müsst. So ein Stollen ist einfach Seelenfutter für die kalte Jahreszeit.
Zutaten, die ihr braucht
Bevor wir loslegen, reden wir über die Zutaten. Ich habe lange getüftelt, bis ich die perfekte Mischung gefunden habe. Hier ist, was ihr braucht – und warum jede einzelne Zutat wichtig ist.
Für den Teig
- 500 g Weizenmehl Type 550 – Das ist mein Geheimtipp. Type 550 hat etwas mehr Klebereiweiß als normales Type 405, was den Teig geschmeidiger macht. Wenn ihr nur Type 405 da habt, geht das auch, aber der Stollen wird dann etwas weniger saftig.
- 200 ml Milch, lauwarm – Die Milch darf nicht zu heiß sein, sonst sterben die Hefepilze ab. Lauwarm heißt: Wenn ihr einen Tropfen auf euer Handgelenk gebt, spürt ihr weder Kälte noch Hitze. Perfekt.
- 1 Würfel frische Hefe (42 g) – Für mich geht nichts über frische Hefe. Trockenhefe funktioniert auch (1 Päckchen), aber der Teig geht mit frischer Hefe einfach luftiger auf. Probiert es aus, ihr werdet den Unterschied schmecken.
- 80 g Zucker – Ich nehme ganz normalen Haushaltszucker. Brauner Zucker gibt zwar ein leicht karamelliges Aroma, aber ich finde, das überdeckt den feinen Marzipangeschmack.
- 1 Päckchen Vanillezucker – Selbstgemacht ist natürlich am besten, aber gekauft tut es auch. Ich mische mir immer eine große Portion selbst, das lohnt sich.
- 200 g weiche Butter – Die Butter muss wirklich weich sein, sonst wird der Teig nicht geschmeidig. Am besten nehmt ihr sie eine Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank.
- 2 Eier (Größe M) – Eier sollten Zimmertemperatur haben. Wenn ihr sie kalt aus dem Kühlschrank nehmt, kann der Teig klumpig werden. Einfach 10 Minuten in warmes Wasser legen, dann sind sie perfekt.
- 100 g Quark (20 % Fett) – Der Quark ist mein Geheimnis für die Saftigkeit. Ja, ich weiß, Quark im Stollen klingt ungewöhnlich. Aber probiert es aus. Er macht den Teig unglaublich zart und verhindert, dass er austrocknet.
- 1 Prise Salz – Nicht vergessen! Das Salz hebt die Aromen hervor und verhindert, dass der Stollen zu süß schmeckt.
- Abrieb einer Bio-Zitrone – Bio ist hier wirklich wichtig, weil wir die Schale mitverwenden. Die ätherischen Öle in der Schale geben dem Stollen eine wunderbare Frische.
- Abrieb einer Bio-Orange – Genau wie die Zitrone. Die Kombination aus beiden Zitrusfrüchten ist einfach himmlisch.
- 1 TL gemahlener Kardamom – Kardamom ist für mich das typische Weihnachtsgewürz. Er passt perfekt zu Marzipan und gibt dem Stollen eine warme, leicht exotische Note.
- 1/2 TL gemahlener Zimt – Zimt darf natürlich nicht fehlen. Aber nicht zu viel, sonst dominiert er alles.
- 1/4 TL gemahlene Nelken – Nur eine Prise, denn Nelken sind sehr intensiv. Sie geben dem Stollen aber eine unglaubliche Tiefe.
Für die Füllung und das Aroma

- 200 g Rosinen – Ich nehme helle Rosinen, weil sie milder schmecken. Dunkle Rosinen sind auch okay, aber sie sind oft süßer und intensiver.
- 50 ml Rum (oder Orangensaft) – Die Rosinen über Nacht in Rum einlegen, das ist der Klassiker. Für eine alkoholfreie Version nehmt einfach Orangensaft. Die Rosinen saugen sich voll und werden schön saftig.
- 50 g gehackte Mandeln – Ich hacke sie nicht zu fein, ein bisschen Biss ist gut. Mandeln geben dem Stollen eine tolle Textur.
- 50 g gehackte Orangeat – Orangeat ist kandierte Orangenschale. Es gibt dem Stollen diese typische, leicht klebrige Süße. Manche mögen es nicht, aber ich liebe es.
- 50 g gehacktes Zitronat – Kandierte Zitronenschale, das Pendant zum Orangeat. Zusammen sind sie unschlagbar.
- 400 g Marzipanrohmasse – Hier bitte nicht sparen! Kauft Marzipanrohmasse, nicht Marzipan mit Zuckerzusatz. Die Rohmasse hat einen intensiveren Mandelgeschmack und ist weniger süß. Ich empfehle die Eigenmarke von Rewe oder Edeka, die ist wirklich gut.
Zum Bestreichen und Bestäuben
- 100 g geschmolzene Butter – Der Stollen wird nach dem Backen mehrfach mit Butter bestrichen. Das macht ihn saftig und gibt ihm diesen typischen Glanz.
- Puderzucker zum Bestäuben – Großzügig! Der Puderzucker ist nicht nur Deko, er schützt den Stollen auch vor dem Austrocknen.
Benötigte Küchengeräte
Ihr braucht keine ausgefallene Ausrüstung für diesen Stollen. Die meisten Dinge habt ihr bestimmt schon in der Küche.
- Große Rührschüssel – Am besten aus Edelstahl oder Keramik. Plastikschüsseln können Gerüche annehmen, und wir wollen ja keinen Stollen, der nach Gurkensalat riecht.
- Handrührgerät mit Knethaken oder Küchenmaschine – Mit der Hand zu kneten ist möglich, aber anstrengend. Der Teig ist relativ schwer und braucht ordentlich Kraft. Ich hab mir vor Jahren eine Küchenmaschine gekauft, und es war eine der besten Investitionen für meine Backleidenschaft.
- Nudelholz – Zum Ausrollen des Teigs. Ein einfaches Holz-Nudelholz tut es völlig.
- Backblech mit Backpapier – Der Stollen wird auf dem Blech gebacken, nicht in einer Form. Das Backpapier verhindert das Ankleben.
- Küchenpinsel – Zum Bestreichen mit Butter. Ich hab einen Silikonpinsel, der ist leicht zu reinigen und hinterlässt keine Fusseln.
- Messer oder Teigschaber – Zum Formen des Stollens. Ein Teigschaber ist super, um den Teig zu falten, ohne ihn zu sehr zu bearbeiten.
- Küchenwaage – Backen ist eine Wissenschaft, und genaue Mengen sind wichtig. Ich wiege alles ab, auch die Flüssigkeiten.
Ein Tipp von mir: Wenn ihr keinen Rum habt, um die Rosinen einzuweichen, nehmt starken Tee. Das gibt auch ein tolles Aroma, und der Stollen wird wunderbar saftig.
Zubereitung – Schritt für Schritt
Jetzt wird es ernst. Ich zeige euch ganz genau, wie ihr diesen saftigen Weihnachtsstollen mit Marzipan backt. Keine Sorge, es ist einfacher, als ihr denkt. Versprochen.
Schritt 1: Die Rosinen vorbereiten (am besten am Vortag)
Die Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit dem Rum (oder Orangensaft) übergießen. Abgedeckt über Nacht bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Die Rosinen saugen sich voll und werden schön prall und saftig. Wenn ihr es eilig habt, reichen auch 2-3 Stunden, aber über Nacht ist wirklich am besten.
Schritt 2: Den Vorteig ansetzen (ca. 15 Minuten + 20 Minuten Ruhezeit)
Die lauwarme Milch in eine Schüssel geben. Die frische Hefe hineinbröckeln und 1 EL Zucker dazugeben. Alles verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. 100 g Mehl dazusieben und glatt rühren. Den Vorteig abgedeckt an einem warmen Ort (ca. 30-40 Grad) 20 Minuten gehen lassen. Er sollte schön schaumig sein und Blasen werfen. So wisst ihr, dass die Hefe aktiv ist.
Schritt 3: Den Hauptteig kneten (ca. 10-15 Minuten)
Das restliche Mehl (400 g), den restlichen Zucker, Vanillezucker, Salz, Zitronen- und Orangenabrieb, Kardamom, Zimt, Nelken, die weiche Butter, die Eier und den Quark zum Vorteig geben. Alles mit dem Knethaken eurer Küchenmaschine oder dem Handrührgerät etwa 10-15 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten. Der Teig ist anfangs ziemlich klebrig, aber das ist normal. Nicht zu viel Mehl hinzufügen! Je länger ihr knetet, desto geschmeidiger wird er. Er sollte sich vom Schüsselrand lösen, aber noch leicht kleben.
Schritt 4: Die Trockenfrüchte unterkneten (ca. 2-3 Minuten)
Die eingeweichten Rosinen (samt Flüssigkeit), gehackte Mandeln, Orangeat und Zitronat zum Teig geben und kurz unterkneten, bis alles gleichmäßig verteilt ist. Nicht zu lange kneten, sonst werden die Früchte zerdrückt.
Schritt 5: Den Teig gehen lassen (ca. 1,5 Stunden)
Den Teig in der Schüssel abdecken und an einem warmen Ort (z.B. im ausgeschalteten Ofen mit eingeschalteter Lampe) 1,5 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Geduld, Leute! Das ist der wichtigste Schritt für einen lockeren Stollen.
Schritt 6: Den Stollen formen (ca. 10 Minuten)
Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem Rechteck (ca. 30 x 40 cm) ausrollen. Das Marzipan zu einer Rolle formen (ca. 30 cm lang) und in die Mitte des Teigrechtecks legen. Den Teig über das Marzipan klappen und die Ränder gut verschließen. Dann den Stollen vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen. Die typische Stollenform bekommt ihr, indem ihr den Teig in der Mitte leicht eindrückt, sodass eine leichte Wölbung entsteht. Klingt kompliziert, ist aber einfach: Stellt euch vor, ihr formt einen dicken, flachen Laib, der in der Mitte etwas dicker ist als an den Rändern.
Schritt 7: Den Stollen nochmals gehen lassen (ca. 30 Minuten)
Den geformten Stollen abgedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen. Er soll nochmal etwas aufgehen, aber nicht zu sehr, sonst verliert er seine Form.
Schritt 8: Den Stollen backen (ca. 60-70 Minuten)
Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze (160 Grad Umluft) vorheizen. Den Stollen auf der mittleren Schiene 60-70 Minuten backen. Nach 30 Minuten abdecken, falls er zu dunkel wird. Ich lege einfach ein Stück Alufolie locker darüber. Der Stollen ist fertig, wenn er goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt. Sticht mit einem Holzspieß hinein – wenn kein Teig mehr kleben bleibt, ist er durch.
Schritt 9: Den Stollen buttern und pudern (ca. 10 Minuten)
Den heißen Stollen aus dem Ofen nehmen und sofort mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Ich nehme einen Pinsel und streiche großzügig die gesamte Oberfläche ein. Dann lasse ich ihn kurz abkühlen und bestreiche ihn noch ein zweites Mal mit Butter. Zum Schluss den Stollen dick mit Puderzucker bestäuben. Das macht ihn nicht nur schön, sondern versiegelt die Feuchtigkeit.
Schritt 10: Den Stollen ruhen lassen (mindestens 2-3 Tage, am besten 1 Woche)
Jetzt kommt der schwerste Teil: Warten! Den Stollen in Backpapier oder Alufolie einwickeln und an einem kühlen, trockenen Ort (nicht im Kühlschrank!) mindestens 2-3 Tage ruhen lassen. In dieser Zeit ziehen die Aromen richtig durch und der Stollen wird schön saftig. Ich wickele ihn immer in ein sauberes Geschirrtuch und dann in Alufolie. Hält sich so locker 3-4 Wochen.
Tipps und Tricks für den perfekten Stollen
Ich habe in den letzten Jahren so einige Fehler gemacht, damit ihr sie nicht machen müsst. Hier sind meine besten Tipps.
- Die richtige Temperatur ist alles: Hefe ist ein Lebewesen und mag es warm, aber nicht heiß. Die Milch sollte maximal 40 Grad haben, sonst stirbt die Hefe. Auch die Eier und die Butter sollten Zimmertemperatur haben. Kühle Zutaten verlangsamen die Gärung und der Stollen wird nicht so luftig.
- Nicht zu viel Mehl: Der Teig ist anfangs klebrig, das ist normal. Widersteht der Versuchung, immer mehr Mehl hinzuzufügen. Je mehr Mehl, desto trockener wird der Stollen. Lieber etwas länger kneten, dann wird der Teig von selbst geschmeidiger.
- Die Ruhezeit ist nicht verhandelbar: Ich weiß, es ist schwer, aber lasst den Stollen wirklich die vollen 2-3 Tage ruhen. Am ersten Tag schmeckt er noch nach Hefe und ist nicht richtig durchgezogen. Am dritten Tag ist er perfekt. Und nach einer Woche? Ein Traum!
- Marzipan richtig verarbeiten: Wenn das Marzipan zu weich ist, legt es für 10 Minuten in den Kühlschrank. Dann lässt es sich besser formen. Ich rolle es immer zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie aus, das klebt nicht und ist viel sauberer.
- Gleichmäßige Hitze: Wenn euer Ofen ungleichmäßig backt (wie meiner), dreht das Blech nach der Hälfte der Backzeit einmal um. So wird der Stollen gleichmäßig braun.
Ein Fehler, den ich einmal gemacht habe: Ich hab den Stollen zu früh angeschnitten, weil ich so neugierig war. Er war innen noch teigig und hat nicht richtig geschmeckt. Seitdem warte ich brav drei Tage. Versucht es mal mit einem saftigen Himbeer-Rührkuchen, während ihr wartet – der ist schnell gemacht und stillt den Heißhunger.
Variationen und Anpassungen
Dieses Rezept ist eine wunderbare Basis, die ihr nach euren Wünschen anpassen könnt. Hier sind ein paar Ideen.
- Nuss-Stollen: Ersetzt die Hälfte der Rosinen durch gehackte Walnüsse oder Haselnüsse. Das gibt einen tollen Biss und ein nussiges Aroma.
- Schokoladen-Stollen: Fügt 100 g gehackte Zartbitterschokolade (70% Kakao) zum Teig hinzu. Die Schokolade schmilzt beim Backen leicht und sorgt für kleine Schokostücke im Stollen. Ein Traum!
- Vegane Variante: Ersetzt die Butter durch vegane Margarine, die Eier durch 2 EL Leinsamen (mit 6 EL Wasser verrührt) und den Quark durch Sojajoghurt. Der Stollen wird etwas kompakter, aber immer noch lecker.
- Glutenfreie Variante: Verwendet eine glutenfreie Mehlmischung (z.B. von Schär). Der Teig wird bröseliger, also formt ihn vorsichtig. Die Backzeit kann sich um 10-15 Minuten verlängern.
- Weniger süß: Reduziert den Zucker auf 60 g und lasst das Orangeat und Zitronat weg. Der Stollen schmeckt dann feinherb und die Marzipanfüllung kommt besser zur Geltung.
Ich habe letztes Jahr eine Variante mit getrockneten Cranberries statt Rosinen ausprobiert. Die Cranberries sind etwas säuerlicher und geben dem Stollen eine schöne fruchtige Note. Dazu hab ich noch einen Schuss Orangenlikör in den Teig gegeben. War fantastisch! Probiert einfach aus, was euch schmeckt.
Servieren und Aufbewahren
Der Stollen schmeckt am besten bei Zimmertemperatur. Schneidet ihn in dünne Scheiben und serviert ihn einfach so – oder mit einem Klecks Schlagsahne oder etwas Vanillesoße. Dazu eine Tasse Kaffee oder ein Glas Glühwein – perfekt für gemütliche Winterabende.
Zur Aufbewahrung: Wickelt den Stollen nach dem Backen und Buttern in Backpapier und dann in Alufolie. An einem kühlen, trockenen Ort (nicht im Kühlschrank!) hält er sich so 3-4 Wochen. Wenn ihr ihn länger aufbewahren wollt, könnt ihr ihn auch einfrieren. Wickelt ihn dafür gut in Gefrierfolie und dann in einen Gefrierbeutel. Im Gefrierfach hält er sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen einfach bei Zimmertemperatur auspacken und ca. 4-6 Stunden stehen lassen.
Ein Tipp: Der Stollen schmeckt mit der Zeit immer besser. Die Aromen reifen und werden intensiver. Ich backe meinen Stollen immer mindestens eine Woche vor Weihnachten, damit er bis zum Fest perfekt durchgezogen ist. Wenn ihr ihn verschenken wollt, backt ihn am besten 2-3 Wochen vorher.
Nährwerte und gesundheitliche Aspekte
Ja, Stollen ist kein Diätgericht, aber das ist auch nicht der Sinn der Sache. Hier sind die ungefähren Nährwerte pro 100 g (ca. 2-3 Scheiben):
- Kalorien: ca. 380 kcal
- Fett: ca. 18 g
- Kohlenhydrate: ca. 48 g
- Eiweiß: ca. 6 g
- Ballaststoffe: ca. 2 g
Die Mandeln und das Marzipan liefern wertvolle ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E. Die Rosinen enthalten Eisen und Ballaststoffe. Und die Zitrusfrüchte geben eine ordentliche Portion Vitamin C. Also, alles in Maßen genossen, ist ein Stück Stollen durchaus in Ordnung. Ich gönne mir in der Adventszeit jeden Tag eine Scheibe – und genieße sie bewusst. Das ist für mich der wahre Genuss.
Für eine leichtere Variante könnt ihr den Zucker reduzieren und mehr Trockenfrüchte verwenden. Oder ihr backt kleinere Stollen, dann ist die Portionskontrolle einfacher. Probiert auch mal unser frischen Zitronen-Joghurt-Kuchen mit Blaubeeren, der ist leichter und perfekt für den Nachmittag.
Fazit
Dieser saftige Weihnachtsstollen mit Marzipan ist mehr als nur ein Rezept. Er ist ein Stück Tradition, ein bisschen Geduld und ganz viel Liebe. Ich backe ihn jetzt seit fünf Jahren immer wieder, und jedes Mal freue ich mich aufs Neue, wenn ich den ersten Duft aus dem Ofen rieche. Er ist der Inbegriff von Weihnachten für mich.
Probiert ihn aus, passt ihn an euren Geschmack an und macht ihn zu eurem eigenen Stollen. Backt ihn mit euren Kindern, verschenkt ihn an Freunde oder genießt ihn einfach still für euch. Er wird euch nicht enttäuschen.
Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren erzählt, wie euer Stollen geworden ist. Habt ihr eine besondere Zutat verwendet? Oder habt ihr ihn vielleicht sogar verschenkt? Lasst es mich wissen! Und wenn ihr ein Foto macht, markiert mich doch auf Instagram – ich liebe es, eure Kreationen zu sehen.
In diesem Sinne: Frohes Backen und eine wundervolle Weihnachtszeit!
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Kann ich den Stollen auch ohne Rum backen?
Ja, absolut! Ersetzt den Rum einfach durch Orangensaft oder starken Tee. Die Rosinen werden dann mit Fruchtsaft aromatisiert und der Stollen wird trotzdem schön saftig. Für eine alkoholfreie Variante ist das die perfekte Lösung.
Warum ist mein Stollen zu trocken geworden?
Das kann mehrere Gründe haben. Vielleicht habt ihr zu viel Mehl verwendet, den Teig zu lange gebacken oder ihn nicht ausreichend mit Butter bestrichen. Achtet darauf, den Teig nicht zu fest zu kneten und die Backzeit genau einzuhalten. Der Stollen sollte innen noch leicht feucht sein, wenn ihr ihn aus dem Ofen holt. Und denkt dran: Die Butter nach dem Backen ist kein optionaler Schritt, sie ist essenziell für die Saftigkeit!
Kann ich den Stollen einfrieren?
Ja, das funktioniert wunderbar. Wickelt den fertigen, ausgekühlten Stollen gut in Gefrierfolie und dann in einen Gefrierbeutel. Im Gefrierfach hält er sich bis zu 3 Monate. Zum Auftauen bei Zimmertemperatur auspacken und ca. 4-6 Stunden stehen lassen. Am besten friert ihr ihn vor dem Bestäuben mit Puderzucker ein und pudert ihn erst nach dem Auftauen.
Wie lange muss der Stollen ruhen, bevor ich ihn anschneiden kann?
Mindestens 2-3 Tage, aber am besten eine ganze Woche. In dieser Zeit ziehen die Aromen richtig durch und der Stollen wird schön saftig. Am ersten Tag schmeckt er noch nach Hefe und ist nicht richtig durchgezogen. Je länger ihr wartet, desto besser wird er. Ich weiß, es ist schwer, aber es lohnt sich!
Kann ich statt frischer Hefe auch Trockenhefe verwenden?
Ja, das geht. Ein Päckchen Trockenhefe (7 g) ersetzt einen halben Würfel frische Hefe (21 g). Für dieses Rezept braucht ihr also 2 Päckchen Trockenhefe. Mischt die Trockenhefe einfach mit dem Mehl und lasst den Vorteig weg. Die Ruhezeiten bleiben gleich. Der Stollen wird mit frischer Hefe aber etwas luftiger und aromatischer.
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Saftiger Weihnachtsstollen mit Marzipan: Das beste Rezept für die Feiertage
Dieser saftige Weihnachtsstollen mit Marzipan ist ein traditionelles deutsches Gebäck, das durch seine lange Ruhezeit und die perfekte Marzipanfüllung besticht. Einfach zuzubereiten und ideal für die Feiertage.
- Prep Time: 30 Minuten
- Cook Time: 60-70 Minuten
- Total Time: 1 Stunde 30 Minuten (plus Ruhezeiten: 20 Minuten, 1,5 Stunden, 30 Minuten, 2-3 Tage)
- Yield: 12 Portionen 1x
- Category: Dessert
- Cuisine: Deutsch
Ingredients
- 500 g Weizenmehl Type 550 (ca. 4 Tassen)
- 200 ml Milch, lauwarm (ca. 3/4 Tasse)
- 1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 2 Päckchen Trockenhefe (14 g)
- 80 g Zucker (ca. 1/3 Tasse)
- 1 Päckchen Vanillezucker (ca. 8 g)
- 200 g weiche Butter (ca. 1 Tasse)
- 2 Eier (Größe M)
- 100 g Quark (20 % Fett) (ca. 1/2 Tasse)
- 1 Prise Salz
- Abrieb einer Bio-Zitrone
- Abrieb einer Bio-Orange
- 1 TL gemahlener Kardamom
- 1/2 TL gemahlener Zimt
- 1/4 TL gemahlene Nelken
- 200 g Rosinen (ca. 1 1/2 Tassen)
- 50 ml Rum oder Orangensaft (ca. 3 1/2 EL)
- 50 g gehackte Mandeln (ca. 1/2 Tasse)
- 50 g gehacktes Orangeat (ca. 1/3 Tasse)
- 50 g gehacktes Zitronat (ca. 1/3 Tasse)
- 400 g Marzipanrohmasse (ca. 2 Tassen)
- 100 g geschmolzene Butter (ca. 1/2 Tasse)
- Puderzucker zum Bestäuben (ca. 1/2 Tasse)
Instructions
- Die Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit dem Rum (oder Orangensaft) übergießen. Abgedeckt über Nacht bei Zimmertemperatur ziehen lassen.
- Die lauwarme Milch in eine Schüssel geben. Die frische Hefe hineinbröckeln und 1 EL Zucker dazugeben. Alles verrühren, bis sich die Hefe aufgelöst hat. 100 g Mehl dazusieben und glatt rühren. Den Vorteig abgedeckt an einem warmen Ort (ca. 30-40 Grad) 20 Minuten gehen lassen, bis er schaumig ist.
- Das restliche Mehl (400 g), den restlichen Zucker, Vanillezucker, Salz, Zitronen- und Orangenabrieb, Kardamom, Zimt, Nelken, die weiche Butter, die Eier und den Quark zum Vorteig geben. Alles mit dem Knethaken etwa 10-15 Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig kneten.
- Die eingeweichten Rosinen (samt Flüssigkeit), gehackte Mandeln, Orangeat und Zitronat zum Teig geben und kurz unterkneten, bis alles gleichmäßig verteilt ist.
- Den Teig in der Schüssel abdecken und an einem warmen Ort 1,5 Stunden gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
- Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem Rechteck (ca. 30 x 40 cm) ausrollen. Das Marzipan zu einer Rolle formen (ca. 30 cm lang) und in die Mitte des Teigrechtecks legen. Den Teig über das Marzipan klappen und die Ränder gut verschließen. Den Stollen vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen und in der Mitte leicht eindrücken, sodass eine leichte Wölbung entsteht.
- Den geformten Stollen abgedeckt nochmals 30 Minuten gehen lassen.
- Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze (160 Grad Umluft) vorheizen. Den Stollen auf der mittleren Schiene 60-70 Minuten backen. Nach 30 Minuten abdecken, falls er zu dunkel wird. Der Stollen ist fertig, wenn er goldbraun ist und beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingt.
- Den heißen Stollen aus dem Ofen nehmen und sofort mit der geschmolzenen Butter bestreichen. Kurz abkühlen lassen und noch ein zweites Mal mit Butter bestreichen. Zum Schluss den Stollen dick mit Puderzucker bestäuben.
- Den Stollen in Backpapier oder Alufolie einwickeln und an einem kühlen, trockenen Ort (nicht im Kühlschrank!) mindestens 2-3 Tage, am besten 1 Woche ruhen lassen.
Notes
Die Rosinen über Nacht in Rum einlegen für beste Ergebnisse. Den Stollen mindestens 2-3 Tage ruhen lassen, damit die Aromen durchziehen. Für eine alkoholfreie Variante Rum durch Orangensaft oder starken Tee ersetzen.
Nutrition
- Serving Size: 100 g (ca. 2-3 Schei
- Calories: 380
- Sugar: 25
- Sodium: 150
- Fat: 18
- Saturated Fat: 10
- Carbohydrates: 48
- Fiber: 2
- Protein: 6
Keywords: Weihnachtsstollen, Marzipan, Stollen, Weihnachtsgebäck, saftiger Stollen, traditionell, Hefeteig



